Zeller Architektur

Gemeindehaus MayerswegBrühl

1/2

2/2

1/7 Schwarzplan

2/7 Lageplan

3/7 Grundriss EG

4/7 Grundriss OG1

5/7 Längsschnitt

6/7 Querschnitt (Foto: fff)

7/7 Konzept

1/4 Ansicht Süd

2/4 Ansicht West

3/4 Ansicht Nord

4/4 Ansicht Ost

Art/Leistungen:

Wettbewerb

Fertigstellung:

2025

Team:

Beschreibung:

Konzept

Das neue Gemeindehaus erhält einen zentralen Ort auf dem Grundstück der evangelischen Kirchengemeinde und macht so die Wege- und Blickbeziehung sowohl zur Christuskirche als auch dem Pfarrhaus möglich. Die Position ist eine ideale Basis zur Einbettung des neuen Baukörpers in den städtebaulichen Kontext. Die mögliche fußläufige Verbindung zum gegenüberliegenden Max-Ernst-Museum ist dabei ein weiteres Angebot, das neue Gemeindezentrum im Gefüge der Solitärbauten einzubinden.
Die Platzierung eines neuen Baukörpers im nördlichen Grundstücksbereich macht es damit möglich, das Bestandsgebäude mit seiner Geschichte und dem ortstypischen Erscheinungsbild zu erhalten. 
Da die ursprüngliche Nutzung durch den Neubau obsolet wird, soll das Bestandsgebäude als Mehrfamilienhaus umgenutzt werden. Die intimere Lage auf dem südlichen Grundstücksteil ist für die neue Nutzung prädestiniert. Eine behutsame Sanierung ist wirtschaftlich darstellbar, die Innere Struktur zur Erschließung einzelner Wohneinheiten gut geeignet.
Der neue Baukörper ergänzt damit das Ensemble der ortstypischen Bebauung und unterstützt diese in ihrer architektonischen Sprache und Farbigkeit. Er inszeniert sich so als moderne Interpretation eines Pavillons im Garten.

Erschließung

Die Erschließung erfolgt über den an den Meyersweg angeschlossenen Vorplatz, der durch die Baukörper eine zweiseitige bauliche Fassung erhält. Die Westseite wird durch die Bäume der Allee eingerahmt, während die offene Südseite den Blick über den Bachlauf Richtung Kirche offen hält. 
Die erhöhte Ebene vor dem neuen Gemeindehaus gliedert dabei den Platz und schafft einen sonnigen Ort zum Verweilen. Sie bietet Besuchern eine geschützte Vorzone vor dem Eingangsbereich und dem Gemeindesaal, ohne das PKW auf dem Weg zum oder vom Parkplatz hier in die Quere kommen.
Durch die leichte Geländemodellierung lässt sich so sowohl das neue Gemeindehaus als auch das Bestandsgebäude barrierefrei erschließen.

Raumkonzept

Das neue Gebäude inkl. dahinterliegendem Parkplatz ist mittig im nördlichen Grundstücksbereich platziert. Es ist von der Straßen entsprechend der umliegenden Bebauung leicht abgerückt und mit Abstand zum nördlich gelegenen, denkmalgeschützten Pfarrhaus verortet.
Über den erhöhten Platzbereich betritt man das Foyer. Linksseitig ist der Gemeindesaal über große doppelflügelige Türen zugänglich, womit eine Anbindung bzw. Erweiterung von Veranstaltungen im Saal auf den Foyerbereich möglich ist. An das Foyer schließt auch das kleine Gemeindebüro sowie die Küche an. 
Um den Fußabdruck des Gebäudes möglichst kompakt zu halten werden die weiteren Räume im Erdgeschoss über den Bibliotheksbereich erschlossen. Der Raum erweitert sich über eine Galerie in das Obergeschoss und ermöglicht so Interaktionsmöglichkeiten über die Etage hinaus. 
Im Obergeschoss befinden sich die weiteren Räume entsprechend des Raumprogramms. Eine Sichtbeziehung zwischen Sitzungsraum und dem tieferliegenden Gemeindesaal mittels Öffnungen wäre durchaus denkbar, wurde aber zunächst nicht weiterverfolgt.

Konstruktion & Materialität

Die klassische Gliederung der ortstypischen Solitäre wurde auf einen zeitgenössischen Holzbau mit einer optimierten thermischen Hülle aus nachwachsenden, CO2-bindenden Rohstoffen übertragen (Holz, Holzfasern, Zellulose).
Eine Ausführung im KfW 40 EE-Standard wird, auch mit Blick auf die möglichen Fördergelder, ausdrücklich empfohlen.
Die gerasterte Fassade nimmt die prägenden horizontalen und vertikalen Gliederungselemente der umliegenden Solitärbauten auf, bricht dabei aber die Strenge mit einer asymmetrischen Aufteilung von geschlossener Fläche und Fenster sowie einem wechselnden Spiel der sich einknickenden Fassadenfelder.
Der neue Baukörper nimmt die Farben der auf dem Grundstück vorhandenen Gebäude auf, kehrt dabei aber das Verhältnis der gelben und blau-grünen Farbtöne um und kontrastiert so die umgebende Bebauung.
Auch im Inneren liegt der Fokus auf Verwendung von baubiologisch angenehmen Materialien wie Holz und Lehmputz, die sich positiv auf Raumklima und Atmosphäre auswirken.

Energiekonzept

In Kombination mit der hochwertigen thermischen Hülle wird empfohlen, das Gebäude mit einer kontrollieren Raumlüftung inklusive Wärmerückgewinnung auszustatten – die notwendige Heizenergie lässt sich so um mehr als die Hälfte reduzieren und die Luftqualität während der Nutzungszeiten deutlich erhöhen.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die im Dachraum über dem Gemeindesaal aufgestellt werden kann, kann mit einer Jahresarbeitszahl zwischen 3,5 – 3,8 das Gebäude über Flächenheizungen effizient mit der notwendigen Wärme versorgen.
Dezentrale Durchlauferhitzer zur Warmwasserbereitung halten die Investitionskosten gering.
Die Kombination aus Gründach und der PV-Anlage auf der südlichen Dachfläche versorgt das neue Gemeindehaus darüber hinaus zusätzlich mit Strom.